Praxis für Zahnheilkunde Dr. Joachim Rauch

Glas-Ionomere & Compomere

Glasionomer-Zemente (GIZ) enthalten neben Wasser, Zinkoxyd und organischen Säuren (z.B. Polyacrylsäure) auch Gläser, die in Spuren Calcium- und Fluorid-Ionen freisetzen. Sie sind durch eine Säure-Base-Reaktion selbsthärtend und benötigen zur Aushärtung kein Licht. Als Hybridionomere bezeichnet man Kunststoffmodifizierte GIZ.

Compomere bestehen aus einer Mischung von Glas-Ionomer-Zementen und Composites und sind Kunststoffen chemisch sehr ähnlich. Beide Werkstoffe sind relativ einfach zu verarbeiten. Für diese meist zahnfarbenen Füllmaterialien gibt es noch keine Langzeiterfahrung. Da sie in der heutigen Form noch nicht genügend kaudruckstabil sind, können sie lediglich als provisorische Übergangslösung, z.B. als zeitlich begrenzte Füllung bei Amalgam-Sanierungen, bei Schwangeren oder im Milchgebiss, angesehen werden. Da bei fast jeder neu gelegten Füllung Zahnhartsubstanz verloren geht, sollte möglichst von vorneherein eine endgültige, langfristige Versorgung des Defektes angestrebt werden.

Hauptanwendungsgebiete

  • Unterfüllungen (vor einer definitiven Füllung)
  • Zahnhalsfüllungen
  • Aufbaufüllungen zerstörter Zähne vor einer Überkronung
  • Versorgung von Milchzahn-Defekten
  • Zementieren von festsitzendem Zahnersatz wie Kronen und Brücken

Biologische Verträglichkeit

Da Compomere Kunststoffe enthalten, ist die Verträglichkeit ähnlich wie bei den Composites zu sehen. Auch hier kann zur Frage der Pulpa- (Zahnmark) Verträglichkeit aufgrund der diversen Zusammensetzungen und Härtungsarten keine allgemeingültige Aussage getroffen werden. Durch sorgfältige Verarbeitung des Füllmaterials können jedoch Irritationen der Pulpa weitgehend vermieden werden. Beim Umgang mit Kunststoffen sind Reaktionen im Sinne einer Überempfindlichkeit nicht auszuschließen. Derartige Symptome treten recht selten auf. Selbstverständlich ist bei Allergie-erscheinungen die Verwendung von Compomeren als Füllungsmaterial einzustellen.
Konventionelle Glasionomer-Zemente ohne Kunststoffzusätze sind von großem Vorteil bei Patienten mit Allergien, durch ihre hohe Fluoridabgabe und die vergleichsweise einfache Verarbeitung können sie der Bildung von Sekundärkaries vorbeugen.

Nachteile

  • im Vergleich zu Composites deutlich höherer Verschleiss
  • Abgabe von Material-Bestandteilen wegen des erhöhten Abriebes
  • Gefahr der Randspaltbildung durch Schrumpfung

Vorteile

  • weitestgehend zahnfarben
  • gute Alternative für Zahnhalsfüllungen
  • sehr gute Alternative im Milchgebiss

Haltbarkeit

  • maximal 2-5 Jahre (abhängig von der Größe des Defektes)

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