Praxis für Zahnheilkunde Dr. Joachim Rauch

Implantologie

Allgemeines

Implantologie bedeutet im ursprünglichen Wortsinn das "Einpflanzen" künstlicher Wurzeln an Stelle fehlender Zähne, um darauf Zahnersatz zu fixieren. Jährlich werden in Deutschland derzeit etwa 250.000 Zahn- Implantate eingesetzt, Tendenz rasant steigend. Im Vergleich zu herkömmlichem Zahnersatz haben Zahnimplantate viele Vorteile: Bei kleinen Schaltlücken müssen gesunde Nachbarzähne nicht mehr für eine Brücke beschliffen werden. Bei größeren Lücken werden die benachbarten Zähne durch Implantate entlastet; an Stelle einer herausnehmbaren Prothese ist eine festsitzende Brücke möglich. Bei totaler Zahnlosigkeit können bedingt abnehmbare, bei entsprechender Anzahl von Implantaten sogar festsitzende Brücken auf Implantaten befestigt werden. Negative Erscheinungen wie Geschmackseinbußen, Sprachprobleme, Würgereize und Druckstellen, die oft bei konventionellen Vollprothesen mit störenden Gaumenplatten entstehen, können so vermieden werden. Ein herausragender Vorteil von Implantaten ist die Tatsache, dass der Abbau des Kieferknochens, der nach jedem Zahnverlust zwangsläufig eintritt, erfolgreich gestoppt wird, während er unter der Belastung von Prothesen sogar beschleunigt wird. Deshalb ist es wichtig, nach der Extraktion von Zähnen so bald wie möglich zu implantieren, um den wertvollen Knochen zu erhalten.

 

Ablauf und Vorgehensweise

Bei der Zahnimplantation wird eine künstliche Zahnwurzel aus beschichtetem Titan in den Kieferknochen eingesetzt. Nach diesem Eingriff, der lediglich eine örtliche Betäubung (normale Spritze) erfordert, wird das Zahnfleisch meist über dem Implantat vernäht, in Einzelfällen auch der "offenen" Einheilung überlassen. In der folgenden Einheilungsphase, die etwa drei bis sechs Monate dauert, bildet sich neuer Knochen an der Oberfläche des Implantats und sorgt für einen extrem festen Halt. In einem zweiten Behandlungsgang wird das Zahnfleisch über dem Implantat freigelegt, ein Aufbaupfosten eingesetzt und auf diesem die Zahnkronefest verschraubt oder zementiert. Um ein Implantat dauerhaft stabil verankern zu können, ist eine Mindesthöhe und -breite an Kieferknochen erforderlich. Besonders problematisch ist der Bereich des hinteren Oberkiefers, wenn in Folge des Knochenabbaus und der Ausdehnung der Kieferhöhle (=Sinus) die Mindestknochenhöhe zu gering ist. In solchen Fällen muss zunächst neuer Knochen aufgebaut werden. Bei diesem sog. "Sinuslift" wird die Schleimhaut des Kieferhöhlenbodens angehoben, der entstandene Hohlraum mit synthetischem Knochenersatzmaterial (Cerasorb, Bio Oss o.ä) oder auch mit Eigenknochen aufgefüllt und mit Membranen (z.B. Tefgen) stabilisiert. Dieser Eigenknochen wird heute i.d.R. nicht mehr aus der Hüfte entnommen, was ja eine Operation unter Vollnarkose erfordert und Narben hinterlässt, sondern er wird recht einfach aus dem Kinnbereich oder dem retromolaren Raum der unteren Weisheitszähne gewonnen und mit Eigenblut sowie mit weiteren synthetischen Materialien angereichert (PRP). Reicht die Knochenhöhe für eine Primärstabilität der Implantate aus, kann der Sinuslift einphasig durchgeführt werden, Knochenaufbau und Implantation erfolgen also in ein und derselben Operationssitzung. In etwa der Hälfte der Fälle ist die Knochenhöhe jedoch zu gering, so dass ein zweiphasiger Sinuslift durchgeführt werden muss: Bei der ersten Operation wird der Knochenaufbau durchgeführt, nach einer Ausheilungszeit von sechs bis neun Monaten werden in einer zweiten Sitzung die Implantate eingesetzt. Das verlängert die Zeit bis zur endgültigen Versorgung deutlich und erhöht natürlich auch die Gesamtkosten.

 

Kosten

Die gesetzlichen Krankenkassen kommen in nur ganz wenigen Ausnahmefällen für die Kosten von Implantaten auf, z.B. nach Tumoroperationen, bei erblicher Nichtanlage von Zähnen oder wenn bei ganz extremem Knochenabbau (Atrophie) im Unterkiefer keine Prothese ausreichenden Halt mehr findet. Privatkassen sind im Rahmen der Vertragsbedingungen meist zur Kostenerstattung bereit. Erkundigen Sie sich über mögliche Therapieformen und deren Kosten bitte beim Zahnarzt Ihres Vertrauens, er wird Sie umfassend beraten und betreuen. Unsere Praxis arbeitet seit Jahren mit einem der führenden Implantologen Deutschlands und weiteren hervorragenden Kieferchirurgen in enger Kooperation zusammen. Sie übernehmen mit ihrer teilweise Jahrzehnte langen Erfahrung die gesamte Implantatchirurgie; Nach erwiesener Einheilung (Osseointegration) fertigen wir den in Teamarbeit geplanten Zahnersatz an und übernehmen die Nachsorge und Individualprophylaxe, um den langfristigen Erhalt all Ihrer Zähne zu sichern.

[Allgemeines] · [Zahnersatz auf Implantaten]